Grabstätten

Römische Gräber wurden entlang der Hauptausfallstrassen errichtet. Ihr einfacher funktionaler Anspruch machte sie für die unterschiedlichsten Gestaltungsformen geeignet. Die einfachste Form war der Rundbau, wie beim Grabmal der Caecilia Metella an der Via Appia. Kaiser Augustus liess sich in Rom von 28 bis 23 v. Chr. sein eigenes Mausoleum in Form eines grossen, mit einem Erdwall umgebenen Zylinders aus Steinmörtel errichten, das an die monumentalen Grabhügel der Etruskerzeit erinnert. Kaiser Hadrian errichtete auf der anderen Seite des Tibers für sich und seine Nachfolger ein noch grösseres Mausoleum, das im 5. Jahrhundert in eine Festung umgewandelt wurde, die heute als Castel Sant’Angelo (Engelsburg) bekannt ist. Ein wohlhabender Zeitgenosse des Augustus, Gaius Cestius, liess sich um 15 v. Chr. in einem pyramidenförmigen Grab (Cestiuspyramide) bestatten. Ehemalige Sklaven wurden in städtischen Urnenhallen beigesetzt. Diese bestanden aus Hunderten kleiner Nischen, die mit einfachen Namensschildern versehen wurden.

Grabreliefs

Sarkophage, die eine aufwendige plastische Dekoration besitzen, wurden zum wichtigsten Träger römischer Grabreliefs in der Tradition der etruskischen Kunst. Sie waren mit Girlanden oder Schlachten- und Jagddarstellungen, dionysischen oder mythologischen Szenen verziert. Häufig wurde dabei der Kopf eines mythologischen Helden durch das Porträt des Verstorbenen ersetzt. Das beliebteste Material für Reliefskulpturen war weisser Marmor, doch auch billigere Kalksandsteinarten fanden Verwendung. Für kaiserliche Sarkophage war besonders roter Porphyr aus Norditalien beliebt.


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