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Etruskische Tempel

Übersicht und Bauformen

Der Tempel ist neben den Grabstätten die am besten archäologisch erforschte Gebäudeform der Etrusker. Die frühesten Tempel des 6. Jrh.v.Chr. bestehen noch aus einem einzelnen Kultraum, dessen Dach mittig von zwei Stützen getragen wurde. Danach setzte sich die Bauform der sogenannten tuskanischen Tempel durch, deren Besonderheit in einem dreigeteilten hinteren Gebäudetrakt bestand. Diese Dreiteilung blieb während der gesamten etruskischen Ära unverändert. Nur der mittlere Raum diente der Verehrung des einen Gottes, die Bedeutung der beiden oft schmaleren Seitenräume ist unbekannt. Der etruskische Tempel steht größtenteils auf einem steinernen Podium mit einer vorgelagerten Freitreppe. Der restliche Baukörper bestand aus Holz und Lehm, zur besseren Haltbarkeit und Wetterbeständigkeit war das Dachgestell typischerweise mit gebrannten und bemalten Terrakottaplatten verkleidet. Diese habe sich vielerorts erhalten und können in vielen Museen mit etruskischen Ausstellungsstücken wegen ihrer kunstvollen Gestaltung vor allem der Stirnziegel bestaunt werden. Ein gutes Beispiel für einen typisch etruskischen Tempel ist der bekannte Belvederetempel in Orvieto.

Die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte haben jedoch auch andere Tempeltypen im etruskischen Kernland ans Licht gebracht. So fand man durchaus auch den aus dem Griechischen entlehnte Peripteros (Tempel mit äußerem Säulenring), einräumige Kultstätten mit einer Temenosmauer (Umfassungsmauer aus großen Blöcken in polygonaler Technik) sowie etruskische Tempel mit einer oder mehreren Vorterrassen.

Etruskische Tempel waren laut Plinius dem Älteren im Innenraum oft mit bemalten Stuckreliefs geschmückt, was archäologisch nachgewiesen werden konnte.

Typische Ansicht Typischer Grundriss